Für E-Commerce-Unternehmen, die ihre Bestandsverwaltung und Verkaufsstrategien optimieren möchten, ist es von entscheidender Bedeutung, das Kundenverhalten in Bezug auf Nicht-Lager-Anfragen zu verstehen. Dieser Bericht befasst sich mit wichtigen Verhaltensmustern und konzentriert sich dabei auf die Tendenz von Kunden, gewünschte Artikel im Laufe der Zeit zu kaufen, sowie auf die unterschiedliche Dauer, mit der Kunden in verschiedenen Branchen auf Produkte warten. Die Analyse basiert auf zwei Hauptdatenpunkten:
1. Tendenz zum Kauf nach Aufforderung

Eines der beobachteten kritischen Verhaltensweisen ist die Korrelation zwischen dem Alter des Abonnements (Zeit, seit ein Kunde ein OOS-Produkt abonniert hat) und der Kaufwahrscheinlichkeit. Die Daten zeigen zwei Haupttrends: einen Rückgang der Bestellrate im Laufe der Zeit und einen allmählichen Rückgang der Öffnungsrate von Aufstockungsbenachrichtigungen.
Wichtige Erkenntnisse:
-
Anfangszinsen: In den ersten drei Tagen, nachdem ein Produkt wieder auf Lager ist und die Kunden benachrichtigt werden, sinkt die Bestellrate nicht wesentlich und die Öffnungsrate bleibt stabil. Dieser Zeitraum ist von entscheidender Bedeutung, da die Kunden immer noch großes Interesse an dem Produkt haben und sich damit beschäftigen.
-
Rückläufige Bestellraten: Nach den ersten drei Tagen ist ein spürbarer Rückgang der Bestellraten zu verzeichnen, während die Öffnungsrate leicht zurückgeht. Innerhalb von 3 bis 10 Tagen beobachten wir einen Rückgang der Kaufwahrscheinlichkeit um 20 % bei nur einem Rückgang der Öffnungsrate um 1 %. Der Trend setzt sich im Laufe der Zeit fort und führt zu einem Rückgang der Bestellrate um 80 % und einem Rückgang der Öffnungsrate um 13 % nach 90 Tagen.
Schlüssel zum Mitnehmen:
Die Daten deuten darauf hin, dass die Dringlichkeit, Kunden zu benachrichtigen und sie kurz nach der Wiederauffüllung zum Kauf zu ermutigen, erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtkonversionsraten haben kann.
Ihr Ziel ist es, die gewünschten Produkte so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb der ersten Tage, wieder aufzufüllen. Verzögerungen von mehr als 10 Tagen erhöhen das Risiko von Umsatzeinbußen erheblich, da das Kundeninteresse nachlässt.
2. Branchenspezifische Wartezeiten für die Produktverfügbarkeit

In verschiedenen Branchen gibt es unterschiedliche Schwellenwerte dafür, wie lange Kunden bereit sind, auf die Verfügbarkeit eines Produkts zu warten, bevor sie das Interesse verlieren. Die Daten zeigen folgende Trends:
Wichtige Erkenntnisse:
-
Kurze Wartezeiten (15–30 Tage): Kunden in dieser Kategorie wie Möbel, Heimtierbedarf und Fahrzeuge erwarten tendenziell schnellere Wiederauffüllungen und haben eine kürzere Geduldsschwelle, wobei viele ihre Anfragen abbrechen, wenn das Produkt innerhalb von 15 bis 30 Tagen nicht verfügbar ist.
-
Moderate Wartezeiten (30–45 Tage): In Branchen wie Elektronik, Bürobedarf und Hardware sind Kunden bereit, etwas länger zu warten, häufig aufgrund des höheren Wertes oder der persönlichen Bedeutung der Artikel.
-
Lange Wartezeiten (>45 Tage): Produkte in dieser Kategorie (z. B. Gepäck und Taschen) haben die längsten Kundenwartezeiten. Dies könnte auf die Einzigartigkeit der Produkte zurückzuführen sein, bei denen Ersatzprodukte nicht leicht zu finden sind und die Kunden bereit sind, länger auf die Wiederauffüllung ihrer Lagerbestände zu warten.
Schlüssel zum Mitnehmen:
Sie sollten Ihre Bestands- und Wiederauffüllungsstrategien auf das Kundenverhalten in Ihrer Branche abstimmen. Für Branchen wie Möbel sowie Gewerbe und Industrie ist eine schnelle Wiederauffüllung der Lagerbestände unerlässlich, während Einzelhändler in Kategorien wie Spielzeug und Spiele ein längeres Zeitfenster haben, um Kundenwünsche zu erfüllen, ohne nennenswerte Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen.
